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 Galilea
 
 
 © Bernd Ewert    
Wehrkirche Santa Maria  
Im Jahre 1550 gab ein wohlhabender Bürger dem Bergdorf, das bis dahin ‘sa Moleta’ genannt wurde, den Namen Galilea. Der Name ist eine Anlehnung an die Landschaft gleichen Namens in Palästina, das Schauplatz biblischer Geschichte war.
Ein Sonntagnachmittag in einem kleinen, verschlafenen Dorf. Es passiert nicht viel. Ein junger Hund, eine Leine hängt lose an seinem Halsband, hat sich losgerissen. Ein Bewohner des Dorfes sucht ihn, er geht in die falsche Richtung los, um ihn zu suchen. Es ist kalt auf dem Dorfplatz, der Berg im Rücken schützt nicht vor dem kalten Wind aus Südfrankreich, der über dem Mittelmeer abkühlt und Kälte ins Dorf bringt, auch wenn Verwegene in El Arenal noch im Meer baden.
Der Blick auf die Südwestküste und aufs glitzernde Meer ist zauberhaft. Die Ausläufer der Serra de Tramuntana wirken transparent, sie fallen langsam ab in die Ebene. Der höchste Punkt Galileas ist die Mola de na Ferrana, die 516 m über dem Meer liegt.
Man spricht Deutsch in der Bar ‘Parroquial’ und lamentiert darüber, wie lästig es ist, auf der bevorstehenden Reise nach Costa Rica dreimal zwischenlanden zu müssen. Eltern, die eigentlich in gelassener Urlaubsstimmung sein müßten, sind genervt, weil die Dreijährige Cola über Papas teuren Pulloverärmel geschüttet hat. Die Mona Lisa lächelt von einem billigen Druck hinter Glas, an der anderen Wand zeugen zwei
Plakate vom gloriosen Aufstieg des Real Mallorca. Ein am frühen Morgen geschürtes Feuer im Kamin hinterließ genügend Glut für die torrada. Die Domingueros, die Sonntagsausflügler, und die Besucher aus dem Ausland schätzen, daß es in der ‘Bar Parroquial’ authentisch zugeht. Aber man hat sich dort auch schon angepaßt. Man serviert um die Mittagszeit, ohne sich auch nur ein wenig zu wundern, Café con leche mit Apfelkuchen. Kein Mallorquiner nimmt zu dieser Tageszeit diese Kombination zu sich. Parkplätze für Busse stehen nicht zur Diskussion. Es ist kein Platz in Galilea. Das neue Kulturzentrum hat sich mit zeitgemäßer Architektur breitgemacht. Noch sind die Straßen, die zum Dorf führen, eng und kurvig. Das wird wohl die Rettung sein und Galilea vor dem großen Ansturm des Massentourismus bewahren.
In Galilea hat man noch kleine Gemüsegärten hinter der Kirche. Beete mit den winterlichen Kohlköpfen sind von Astern gesäumt. Landwirtschaft also für den Haus-gebrauch. Galilea ist ein großer Garten mit Palmen, Zypressen und den auf der Insel obligaten Bougainvilleen, die einem Ort zu jeder Jahreszeit die farblich notwendigen Akzente für malerische Gestaltung verleihen. Die Idylle für die Farbfotos der Durch-reisenden ist garantiert.


 
  
 
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