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 Randa

 
 © Werner Bausch    
Klosteranlage auf Randa  
Das Dorf liegt eingebettet zwischen den beiden Bergen, deren Entstehung mit einem Märchen verbunden sind: Einer der Riesen, die auf Mallorca lebten, wollte sich im Norden ein Haus bauen. Die besten Baumaterialien fanden sich aber im Süden. Kurzerhand machte er sich auf den Weg, um Material zum Bau seines Hauses zu holen. Beim heutigen Randa stolperte er, verschüttete den Inhalt seiner beiden Körbe, und die Berge Randa und Galdent standen da.

Mallorcas heiliger Berg, nach Lluc eine der bedeutendsten Wallfahrtstätten, der Puig de Randa, ist auch der Berg Ramón Llulls. Der mallorquinsche Philosoph, Theologe und Historiker soll sich als erster Eremit auf dem Berg Randa niedergelassen haben. Raimundus Lullus (1235-1315) ist der Urvater des Katalanischen. Die Welt könne nur gerettet werden, wenn jeder Mensch Katalanisch spräche, schrieb er. Die Enzyklopädien führen ihn als katalanischen Schriftsteller, und bei 243 von ihm erhaltenen Büchern trifft das sicher zu. Aber Llull war nicht nur das, er wurde Missionar und verschrieb sich einer intellektuellen Mission, denn er wollte Schulen einrichten, in denen Sprachen als Mittel der Missionierung eingesetzt werden sollten. So erklärt sich auch das oben gegebene Zitat.

Tatsächlich bekam er von König Jaime II. das Geld, um in Miramar auf Mallorca eine Schule zu gründen, in der er seine zukünftigen Missionare ausbilden konnte. Er lebte in verschiedenen Teilen der damals bekannten Welt, und da er neben anderen Sprachen auch das Arabische beherrschte, war das Ziel seiner Bekehrungsreisen stets der Norden Afrikas: Tunesien, Syrien, Ägypten. Ramón Llull wurde wegen Ketzerei zum Tode verurteilt, jedoch nie hingerichtet, denn es gelang ihm zu entkommen.
Er starb in Tunesien, wurde aber auf seiner Insel, auf Mallorca beigesetzt. Sein Grab kann man heute in der Kirche San Francesc in Palma besuchen. Llull gründete das Kloster, und unterhalb der Klosteranlage sieht man die Grotte, in der er sich bis zur Fertigstellung des Gebäudes aufhielt.


 
 © Werner Bausch    
Teil der Klosteranlage  

Auf dem Berg herrscht immer ein starker Wind, so stark, daß rechts neben der Kirche für die Pilger ein Unterstand errichtet wurde. Im Altarraum der Kirche stehen die beiden Statuen von Llull und von Franz von Assisi, die die Figur der Senyora de Cura hoch oben über dem Altar flankiert. Unten in Palma steht an der Kreuzung Paseo Maritimo und dem Passeig Born ein weiteres monumentales Denkmal dieses berühmtesten Sohns der Insel. Nach soviel Geschichte sei hier das Hotel-Restaurant Es Recò de Randa empfohlen. Das Restaurant bietet in gediegener Atmosphäre sogenannte Probiermenüs, fünf Gänge, die vorzüglich zubereitet einen guten Eindruck darüber vermitteln, was die gute mallorquinsche Küche zu bieten hat.


 
  
 
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