Der Ursprung des kleinen Landstädtchens
geht sicher auf die Mauren zurück.
Aber bereits vor der arabischen Herrschaft, zur Zeiten der Römer
war dies der Weg von Palma zum alten Pollentia, heute Alcudia.
Santa Maria war die erste Raststation, wenn man nach Norden reiste.Man
sollte doch meinen, dass ihre strategische Lage dieser Ortschaft den
Namen gegeben hat.
Santa Maria del Cami, dass man wortwörtlich mit Sakt
Marien des Weges übersetzten müsste. In Wahrheit wird
der Ort nach der gleichnamigen Kapelle in La Garriga, in Katalonien,
benannt, die unter der Schirmherrschaft der Familie Santaeugenia stand.
Und ein bedeudender Vertretre dieser Familie, Bernat de Santaeugenia,
war der erste Herr seiner Gegend nach der katalanischen Eroberung Mallorcas
und hat der Siedlung , die dort geründet wurde , diesen Namen gegeben.
Wirtschaft
Die Wirtschaft von Santa Maria del Cami basiert heute unter
anderem auf dem Kleinhandel und auf der Herstellung von Betonelementen
für die Bauwirtschaft, aber die Santamariers haben
sich vor allem in der Textilbranche einen Namen gemacht. Vor allem
deswegen, weil ein verdienter Handwerker sich erfolgreich vorgenommen
hat, die alte Tradition der mallorquinischen Weber wieder lebendig
zu machen. Heute ist seine Werkstatt eine der wenigen, die immer
noch das typische Teixit de llengües- oder de
Llengos, wie man in der mallorquinschen Mundart sagt-
hergestellt.
Llengua bzw. Llengo, heisst auf Katalanisch
Zunge, und das Teixit de llengos ist ein Tuch, das auf
weißem Untergrund so eine Art von Flammenzungen macht, ursprünglich
normalerweise in blauer Farbe, aber inzwischen in sehr verschiedenen
Farbkombinationen. Die Werkstatt wird inzwischen in der zweiten
Generation betrieben und ist eine der Sehenswürdigkeiten von
Santa Maria del Cami.
Der Ort
Der Ort, wie man ihn aus der Sicht des durchreisenden Autofahrers
erlebt, wird geprägt von den unzähligen bunten Schildern,
die für den Einkauf der Ledererzeugnisse werben und auf Gratisproben
in den Bodegas hinweisen. Die Pfarrkirche Santa Maria ist ein wuchtiges
von einem Steingarten umgebenes Gotteshaus ( Vor 1246) mit dem Bildnis
der Maria am Hochaltar und einer Innenausstattung von Francisco
Herrera. Das Ex- Convento de Minimos liegt unmittelbar an der Hauptstrasse
und ist heute Monumento Historico Artistico Provincial. Der Kreuzweg
gilt wegen seiner Schönheit als einer der eindrucksvollsten
auf Mallorca. In den Räumen des im 18. Jh. Gegründeten
Klosters ist heute das Museo Balear untergebracht: Funde aus der
Vor- und Frühgeschichte der Insel, Gegenstände des mallorquinischen
Brauchtums und Trachten des 18.und 19. Jh.
WEIN:
Der hier gekelterten Tropfen tragen schon die Herkunftsbezeichnung
Binissalem. Eine schöne Sitte sind die Kiefernzweige,
die im Herbst vor einigen Kellereien zeigen, dass die hier Wein
ausgeschenkt wird: Ist der Zweig grün, gibt es jungen Wein,
trockene Zweige signalisieren ein ausgereiftes Gewächs.