Die Gemeinde Algaida hat eine Fläche
von 89,8 qkm bei ca. 4500 Einwohnern ( Stand 2007 ). Sechs kleinere Berge gehören zu dieser Terme, der höchste und bekannteste ist der Puig de Randa mit 544
Meter. Die Gemeinde Algaida ist die zwölftgrößte Therme
der Insel. Der Name Algaida stammt von dem islamischen Wort al-gaida,
der Wald, ab. Zu den größten Orten der Gemeinde gehören
Algaida, Pina und Randa.
Tipp für Feinschmecker:
Algaida gilt - zusammen mit Genova - als "das" Fressdorf Mallorcas. Will heissen: Hier gibt es eine besonders große Anzahl an Gaststätten mit typisch mallorquinischer Küche.
Dorf und Bewohner
Die Bewohner werden algaidi (Männer) und algaidina (Frauen)
genannt. Algaida wurde erstmals im Jahre 1232 dokumentarisch erwähnt.
Der Ort besitzt einige alte Mühlentürme und wird als das
Mekka der mallorquinischen Küche bezeichnet. Die ältesten
Restaurants stammen aus der Zeit, als man noch mit Pferdekutsche
und Eselskarren unterwegs war. Doch das bekannteste dieser Gemeinde
ist Randa mit dem Tafelberg Puig de Randa, auf dem man gleich drei
Kloster-Heiligtümer findet. Auf der unteren Terrasse befindet
sich das Santuario de Nuestra Señora de Gracia, eine Eremitage
aus dem 15. Jahrhundert, das wie ein Schwalbennest am Berghang gebaut
wurde. Auf der zweiten Terrasse liegt das Santuario de Sant Honorat
aus dem 14. Jahrhundert.
Ramón Lull
Auf der Höhe des Berges liegt schließlich das
Santuario Nuestra Señora de Cura, seit 1275 franziskanische
Eremitage und Wirkungsstätte des Ramón Lull, Mallorcas
großem Religionsphilosophen und Gelehrten. Er wurde 1232 als
Sohn katalanischer Eltern in Palma geboren. In seinem 30ten Lebensjahr
vollzog sich in ihm die Wandlung vom Weltmann zum Eremiten, vom
Troubadour zum Mönch, dessen religiöse Visionen das friedliche
und geistig fruchtbare Zusammensein von Juden, Christen und Moslems
war.
Sein bedeutendstes Werk heißt "Blanquerna".
Die meisten seiner 260 Schriften verfaßte er in katalanischer
Sprache, die er damit zur Schrift- und Kultursprache erhob. Er starb
1315 und wurde in der Kirche San Francisco begraben.
Fakten
Die Gemeinde Algaida hatte 1981 die wenigsten Einwohner (2.866).
1930 mit 4.175 die meisten. 1996 lebten in der terme 3.461 Personen.
Der Anteil der Mallorquiner lag 1970 bei 95,25 Prozent, während
3,5 Prozent Spanier aus anderen spanischen Provinzen waren und 1,25
Prozent Ausländer waren. Auch in Algaida hat sich der mallorquinische
Anteil an der Bevölkerung im Laufe der Jahre verringert: 1991
waren es 89,93 Prozent, 6,46 Prozent waren Spanier aus anderen Regionen
3,61 Prozent Ausländer. Regen: In Algaida werden das ganze
Jahr über Niederschläge registriert. Der trockenste Monat
ist der Juli mit durchschnittlich 12,5 l/qm. Die höchste Niederschlagsmenge
innerhalb von 24 Stunden wurde am 17. September 1943 mit 97 l/qm
notiert. Bildung: 1991 gab es in der Gemeinde Algaida noch 74 Analphabeten.
Nahezu gleich ist die Anzahl der Personen mit einem Grundschulabschluß
(893) und ohne Abschluß (887), relativ hoch ist auch die Anzahl
der Personen mit Abitur (498).
Sehenswürdigkeiten
Algaida zählt schon zu den Gemeinden der großen
Ebene Es Plà. Das eigentliche Zentrum des Dorfes liegt etwas
abseits rund um die große gotische Pfarrkirche Sant Pere i
Sant Pau, von deren Strebepfeilern steinerne Fabelwesen drohen.
Entlang der Hauptstraße gab es in früheren Jahrhunderten
eine ganze Reihe von Hostals, die müden Reisenden Quartier
boten. In gewisser Weise haben heute die zahlreichen, wegen ihrer
guten Küche als Ausflugsziel oder als Fahrtunterbrechung hoch
geschätzten Restaurants von Algaida ihre Funktion übernommen.
Rund drei Kilometer vor Algaida, in einer Art Burg linker
Hand der Hauptstraße. Gordiola ist die älteste Glasbläserei
der Insel, ein Familienunternehmen, das bis ins frühe 18. Jh.
zurückreicht. Bernardo Gordiola verbrachte damals mehrere Jahre
bei der Konkurrenz in Venedig, um seine Kenntnisse zu vertiefen.
In einer dämmrigen Halle kann man den Glasbläsern bei
der Arbeit zusehen, im angeschlossenen Verkaufsraum Gläsernes
aller Facette erwerben. Im ersten Stock ist ein recht interessantes
Museum untergebracht. Eintritt frei.
Brauchtum und Festkultur
Algaida ist einer der Orte, auf deren Festen noch der "Ball
de Cossiers" zu sehen ist, ein Tanz, der bis ins 14. Jh. zurückreicht.
Die weiß gekleideten Tänzer sind drei Paare von Männern
und eine Frau, die das Gute repräsentiert; ihr Gegenpart ist
der Teufel, der den Tanz zu stören versucht.
Gefeiert wird Sant Honorat, Patronatsfest am 16. Januar, mit den
"Cossiers".
Wallfahrt nach Castellitx de la Pau, am Dienstag nach Ostern. Geschmückte
Karren, Messe im uralten Kirchlein Ermita de la Pau (13. Jh.), Literaturwettbewerb.
Sant Jaume, mehrere Tage um den 25. Juli, erneut mit den "Cossiers".
Das Fest endet mit einem Sommernachtsball am 26. Juli.
In Algaida: Sant Antoni, 17. Januar, 1. Sonntag im Juli:
Festes d'Estui, Sant Cosme und Sant Damià, 26. September
Randa: Sant Honorat, 16. Januar. Markt: dienstags, Sa Plaza, Algaida.