Bunyola ist das Haupt einer weitläufigen
Gemeinde, die eine unersättliche Menge an Naturschätzen und
Kulturgut aufzuweisen hat. Der Bezirk kann in zwei voneinander sehr
unterschiedlichen Sektoren geteilt werden: Der nördliche gebirgige
Teil und der südliche, der bis zum Flachland von Palma reicht.
Der nördliche Teil schliesst einen Teil der Serra de Tramuntana
ein, eine Barriere von 1.000 m Höhe, die nur vom Coll de Sóller
unterbrochen wird. Die Berggipfel dieser Gebirgskette verzeichnen keine
Vegetation, während die Hänge einen hohen Steineichenbestand
aufweisen, der sich an einigen Stellen mit Kiefern vermischt.
Lage und Sehenswürdigkeiten
Die Herkunft des Namens Bunyola ist nicht eindeutig geklärt.
Einige Forscher gehen davon aus, dass der Name aus dem lateinischen
"uineola" stammt, was soviel heißt wie kleines Weingut,
und dass die Araber den Namen später in "buniola"
umwandelten. Eine andere Theorie besagt, dass der Name direkt aus
dem arabischen "bunyân" stammt.
Das kulturhistorische Gut ist in dieser Gemeinde beachtlich.
Am Fuße der Gebirgskette befinden sich eine hohe Anzahl von
bekannten Herrenhäusern, wie zum Beispiel S´Alqueria,
Biniforani, Sa Font Seca, usw. und natürlich die zwei bekanntesten
Gebäude mit Gartenanlagen: Alfàbia und Raixa.
Von niedrigerem kulturellen Wert, aber doch sehr interessanten
Baumaßnahmen sind in Na Franquesa und in Al Teix zu besichtigen:
Konstruktionen, mit denen man Schnee auffangen kann. In dem Puig
des Teix befindet sich auch das ehemalige Herrenhaus "Caça
del Rei Sanç", das die Volksdichtung dem König
Jaume zuschreibt.
Jardins d´Alfàbia
Rechterhand der Hauptstrasse nach Sóller, rund 3,5
Kilometer nördlich von Bunyola und kurz vor der Einfahrt in
den Tunnel, warten die vielleicht schönsten Gärten Mallorcas
auf einen Besuch.
Sie gehören zum ehemaligen Landgut eines offensichtlich
instinktsicheren Mauren: Ben Abet genannt, hatte der vorausschauende
Wesir den christlichen König Jaume I. bei der Rückeroberung
Mallorcas von seinen Glaubensbrüdern unterstützt und war
dafür mit dem grosszügigen Besitz belohnt worden. Maurische
Gartenbaukunst verwandelte mit klug angelegten Kanälen das
wasserreiche Gebiet in einen wahren Dschungel aus vielerlei Bäumen,
exotische Gewächsen und blühenden Sträuchern.
Im zugehörigen Herrenhaus, das überwiegend aus dem 14.
Und 15. Jh. Stammt, sind Antiquitäten und antike Möbel
zu sehen. Die Decke im Torbau gefertigt im maurisch-christlichen
Mudéjar-Stil, birgt eine Inschrift, die Allah preist.
Brauchtum und Festkultur
Mare de Déu de les Neus, in der Regel an den Wochenende
(Sa/So), das dem 5. August am nächsten liegt.
Fest zu Ehren der früheren Ortsheiligen, die im 19.
Jh. Durch Sant Mateu ersetzt wurde.
Sant Mateu: mehrere Tage um den 21. September. Recht populäres
Fest, lokale Tänze, Theater und Musik.