Manacor ist die drittgrößte Stadt
Malllorcas mit derzeit ca. 38.000 Einwohnern und besitzt, von 52 selbständigen
Verwaltungsgebieten, den Status einer Ciudad und ist zugleich
landwirtschaftlicher Mittelpunkt des Ostteils der Insel.
Das Stadtwappen umfaßt eine Hand das Herz und so ist auch
die Bedeutung von Man-a-Cor ganz einfach, nämlich Hand
am Herz. Von dem durch den modernen Tourismus einfließenden
Kapital blühen und profitieren die Industriezweige der Möbel-
und Perlenindustrie.
Für die Möbelindustrie, die sich hier auf dem Boden
des Handwerks konzentriert hat, waren in den letzten Jahren die stark
wachsenden Hotels die wichtigsten Auftraggeber.
Die Perlen
Die Herstellung künstlicher Perlen darf an dieser Stelle
nicht fehlen, da diese eine sehr hohe Anziehungskraft auf den Tourismus
hat. Sie werden in einem speziellen Verfahren aus Glas und pulverisierten
Fischschuppen hergestellt. In ihren besten Qualitäten sind
sie von Naturperlen am ehesten durch ihre Regelmäßigkeit
und Glätte zu unterscheiden, die bei aller Imitationskunst
der feinen rauhen Struktur der echten Perlen nicht gleichkommen
kann.
Sie sollten auf jeden Fall einer der Produktionsstätten
einen Besuch abstatten, da die Herstellung hochinteressant ist.
Für eine Besichtigung einer der vielen Fabriken steht zum Beispiel
die Perlas Orquidéa am Plaza Ramón Llull 14 zur Verfügung.
Sie ist von Montag bis Samstag täglich von 9-13 und Sonntag
von 9.30 bis 13 Uhr geöffnet. Achten Sie dabei auf die unterschiedlichen
Qualitäten und Preiskategorien der Verkaufsstände, sie
sind in 3 verschiedene Kategorien eingeteilt. Sollten sie sich ausschließlich
nur für die 1. Qualität interessieren, so achten Sie immer
auf das Orquidéa-Schild. Schauen Sie in Ruhe hinter die Kulissen.
Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie an der Kasse ein
mehrsprachiges Informationsblatt erhalten.
Geschichte
Unzählige Geschäfte mit Perlen und anderen kunstgewerblichen
Erzeugnissen geben dieser fleißigen und betriebsamen Stadt
ein einprägendes Bild. Hübsche Patrizierhäuser, Wachtürme
und alte Windmühlenreste verraten viel über die Vergangenheit
der Stadt. Somit ist im Verlauf von Jahrhunderten diese Stadt so
groß geworden, daß es zur meistbevölkrten Ortschaft,
nach Palma, heranwuchs.
Die Anfänge ihrer Entstehungsgeschichte liegen allerdings
im dunklen. Durch zahlreiche Funde, vor allem durch die christlich-römische
Basilika Son Peretó ist bewiesen, daß schon
in der Römerzeit eine ansehnliche Siedlung mit zahlreichen
Häusern und öffentlichen Gebäuden bestand, aber leider
im 6. Jahrhundert zerstört wurde.
Die Reste der schon erwähnten Basilika aus der christlich-römischen
Epoche sollte man nicht versäumen, sich anzusehen. Diese Funde
finden sie nicht nur in Manacor, sondern auch in Santa Maria. Die
Entstehung wird ca. in das 4. bis 5. Jahrhundert geschätzt.
Alle Beweisstücke werden im Museo Arqueológico Municipal
aufbewahrt und ist empfehlenswert, sich anzuschauen.
Das Museum befindet sich in unmittelbarer Nähe der großen
Pfarrkirche und geht auf die Initiative des Forschers und Priesters
Juan Aguiló zurück, welches 1924 von ihm gegründet
wurde.
Ort
Desweiteren befindet sich das Palastmuseum Museo del Palau
im Torre de Homenaje in der Nähe und zeigt eine erstaunliche
Sammlung von Miniaturmöbeln von Antonio Sancho Comas.
Der Eingang liegt bei Perlas Manacor (Plaza Rector Rubi 8). Sie
sollten sich auch eine Pause gönnen, um an der Placa de la
Constitució in die Markthalle zu gehen, denn dort bekommen
Sie alles, was das Herz begehrt. Dabei sollte eine Kaffeepause auch
nicht fehlen. Die typischen Plätzchen von Manacor können
Sie in einer der Bäckereien Suspiros kaufen. Unweit des Platzes
kann man in der Kirche Dolors de Nostra Senyora eine stille Andacht
halten.
Die Kirche ist auf den Grundmauern einer arabischen Moschee
errichtet und 1236 durch den Paborde von Tarragona, Ferrer de Pallarés,
zu einer der ersten Pfarrkirchen der Insel ernannt worden. Wenn
auf den ersten Blick Manacor für die Touristen kaum Sehenswürdigkeiten
zu bieten hat, kann man dieses sofort widerrufen, denn für
die Kirchen- und Museumsliebhaber können noch die Pfarrkirche
Cristo Rey, die Klosterkriche San Vincente Ferrer, die Pfarrkirche
San José und der Rest des Verteidigungsturmes Torres
de Ses Puntes als auch die Wehranlage der Torre dels
Enegisters, die das Archaologische Museum aufbewahrt.
Wenn man sich Ende Mai in Manacor aufhält, sollte man
auf keinen Fall die Festlichkeiten verpassen.
Zum Beispiel auf der Fira de primavera (am letzten Sonntag
im Mai), einer Ausstellung von Möbeln und anderen industriellen
Erzeugnissen als auch vielen Kunstausstellungen, sportlichen Veranstaltungen
und folkloristischen Darbietungen wird zum Ausdruck gebracht, wie
wichtig diese Industriezweige für Mallorca sind.
Besucher, die kein Auto besitzen, können ab Palma, Plaza
España, den Bus nehmen. Alle Verbindungen an die Orte der
Ostküste stoppen in Manacor. Ansonsten fährt man mit dem
Auto auf der C-715 in Richtung Osten. Manacor ist schlichtweg
häßlich. Eine Stadt, in der die Möbelherstellung
eine lange Tradition hat. Eine Stadt, in der Souvenirs gefertigt
werden, die als typisch spanisch auch auf das Festland exportiert
werden.
Sehenswert
Dolores
de Nostra Senyora: Die Pfarrkirche mit schönem gotischen
Turm steht auf den Mauern einer Moschee. Innen bemerkenswert: die
sieben Spitzbögen mit skulptierten Schlußsteinen.
Ausflüge:
Coves del Drac s. Portocristo Coves del Hams : Ctra. Portocristo-Manacor,
km 1, Tel. 82 09 00, tgl.10.30-13, 14-18 Uhr. Die Tropfsteinhöhlen,
benannt nach der form ihrer Stalagmiten, entdeckte man 1906. Schön
ist der unterirdische See Mar de Venecia.
Shopping:
Markttag in Manacor ist der Montag. Ceramicas y Decorativos : Manacor
Hauptstraße, km 48, tgl. geöffnet. Von Kunst bis Kitsch
- hier gibt es Souvenirs aller Art.
Lohnend:
das inseltypische, braune Tongeschirr. Olive-art : Manacor Hauptstraße,
km 47, tgl. geöffnet. Es ist erstaunlich, was man aus Olivenholz
alles herstellen kann: Schüsseln und Schalen, Besteck, Platten
oder einfache Nippes aller Art.
Perlas
Majorica S.A.: Via Roma 48, tgl. 9-13, 14.30-19 Uhr, Sa,
So auch Besichtigungen der Fabrikationsstätten Hier kann man
günstig Kunstperlen und Modeschmuck erwerben. Perlen aus Manacor
werden aus natürlichen Materialien hergestellt und sind von
echten Perlen kaum zu unterscheiden