Das kleine Landtstadtchen im Südosten
der Insel liegt nur wenige Kilometer von der Küste entfernt und
wird im Zusammenhang mit Schiffahrt, Fischfang und Schmuggel genannt.
Es besitzt keinerlei Industrie. Seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts
bestehen große Mandelbaumkulturen in der Umgebung. Von hier stammt
der auf Mallorca so häufig verwendete direkt nach dem Bruch weiße
und sich im Laufe der Jahre in einen warem Goldton verfärbende
Stein.
Das alte, im Mittelalter immer wieder von blutigen Piratenüberfällen
getroffene Städtchen bildet den Gemeindesitz der Küstenorte
zwischen Cala D´Or und der Südspitze Mallorcas und verdient
daran wohl nicht schlecht.
Von Fremdenverkehr spürt man hier dennoch kaum etwas. Am kleinen
Hauptplatz Placa Major fällt die Kirche Sant Andreu aus dem 18
Jh. ins Auge, deren ehrwürdige Orgel aus dem Konvent Santo Domingo
in Palma von Jordi Bosch erbaut, der vermutlich der bedeutendste Orgelbauer
Spaniens war.
Daneben erhebt sich die Capilla de Roser, die noch aus dem 13
Jh. stammt, und etwas nördlich bildet das Tor Porta Murada den
letzten Rest der einstigen Stadtbefestigung. Mittwochs und samstags
wird ein leidlich authentisch wirkender Markt abgehalten, den viel Touristen
aus den umliegenden Küstenorten besuchen.
Geschichte:
Der Name der kleinenStadt wurde vom lateinischen Sancti
Agnini(vom hl. Lamm) abgeleitet; diese Bezeichnung trug eines
der Landgüter, die sich dann zur Gemeinde zusammenschlossen.
Phähistorische Funde im Raum Santanyi lassen auf eine frühe
Besiedlung schließen. Jedoch wurden die meisten Baudenkmäler
der megalithischen Epoche als willkommene Steinbrüche benutzt
und abgetragen. Interessante Talayots, Keramiken und Grabsteine
aus römischer Zeit befinden sich vorwiegend in dem später
abgetrennten Gebiet von Ses Salinas. Unter JaimeII im Jahr 1300
zur Villa erhoben, erlebte Santanyi die dramatischsten
Kapitel seiner Geschichte in der Zeit der steten Angriffe der Piraten.
Die Küste von santanyi war- vor der Abtrennung von Ses Salinas-
die längste der Insel und reichte von der Cala Llonga(Cala
D`Or) bis zum Puerto de Campos( Colonia de sant Jordi). Auch die
Nähe zur Insel Caprera, die zeitweilig fest in der Hand der
Piraten war, führte dazu, daß die Küste von santanyi
Schauplatz ständiger gewalttätiger Landungsversuche war.
Sightseeing:
Sant Andreau Apostol : Mit dem Bau der Pfarrkirche begann
man 1786, vollendet war sie 1811. Die Capella del Roser, die Rosenkranzkapelle,
stammt noch aus dem 13.Jh. Darüber hinaus birgt die Kirche
eine der kostbarsten Orgeln Spaniens, eine Arbeit des Orgelbauers
Jordi Bosch. Im Okt. findet hier im Rahmen der Woche der historischen
Orgeln von Mallorca mindestens ein Orgelkonzert statt.
Baden/Strände:
Die kleinen Sandstrände der Cala Santanyi und der Cala
Llombarts liegen in tief eingeschnittenen fjordartigen Buchten.
Zwischen beiden Stränden erblickt man, einer Landzunge vorgelagert,
den Felsen Pontas, der sich durch seine bizarre Form auszeichnet.
Ausflüge:
Nostra Senyora de la Consolacio : Das Heiligtum liegt zwischen
Alqueria Blanca und Santanyi. Der Legende nach lebte hier die hl.
Escolastica. Die Schwester des hl. Benedikt wird auf Mallorca als
>Regenmacherin< verehrt.