Ihre Garten-, Natur- und Landschaftsseiten werden fachlich betreut von:
Walter Schmidt
Gartengestalter
St.Maria-Alaró
e-mail: schmidtvogel@T-online.de
Autor von u.a. der neuen mediterranen Gartenbau-Enzyklopädie: HORTUS
MEDITERRANEUS.
Wir befinden uns in einer der schönsten Landschaften der Mediterraneis
und wollen doch unbedingt alles dazu tun, was möglich ist, damit
das auch weiterhin so bleibt:
Also interessieren wir uns über den Gartenzaun hinaus auch für
alle ökologischen Belange der Region, was ja Gartenfreunden sowieso
nicht schwer fallen sollte.
Uns macht hier die Natur große Geschenke, aber wir sind entschlossen,
uns zu revanchieren, indem wir uns auf alle nur erdenkliche Weise bemühen,
die natürliche Umwelt zu respektieren, zu pflegen und zu fördern.
Wie ein jeder in diesem Bereich seine Dankesschuld abtragen kann, werden
wir auf diesen Seiten zeigen.
C) Bodenpflege:
Pfleglich mit der Erde umgehen, die uns alle
trägt und ernährt!
Novizen immer und alte Hasen gelegentlich fragen sich, was man
am besten mit dem Boden tut. Wie man das Erdreich so sinnvoll behandelt,
dass man gute Kulturergebnisse erzielt, ohne die Natur zu belasten.
1. Düngen:
Am allerwichtigsten ist es, nicht drauflos zu düngen. Der
Dünger kommt sowieso ganz zuletzt - wenn überhaupt. (Spart auch
Geld.)
Ich beginne eine aktive Humuswirtschaft,
indem ich Kompost herstelle (siehe dort) und fortgesetzt in den Boden
mit einarbeite oder als untere Schicht - unter dem Mulch - verwende.
2.1 Humus ist
das, was allen mediterranen Böden am meisten fehlt. Und wo es ihn
mal gibt, wird er aufgrund des warmen Klimas sehr schnell abgebaut. Man
muss den Boden also immer nachfüttern.
Kompost ist auch Dünger. Möchte ich keine Hochleistungszuchten
starten, reichen die Kompostgaben als Dünger völlig aus. Kompost,
welcher mit schwefelsaurem Ammoniak abgesäuert und mit Stickstoff
angereichert wurde. (Die Böden auf Mallorca sind überwiegend
stark alkalisch (jedoch immer auf die Bodenanalyse achten!) und werden daher mit
sauer wirkenden Düngern versorgt.)
2.2 Neben dem Kompost ist Mulch
von entscheidender Bedeutung. Mulch ist alles das, womit man den blanken
Boden abdecken kann. Man verwendet ihn meistens dazu, die Wurzelscheibe
der Pflanzen abzudecken; aber man könnte auch sonst Partien im Garten
(z.B. Wege, Plätze etc.) so vor der Sonne schützen. Er verhindert,
dass die Sonne direkt auf den Boden brennt, diesen erhitzt und austrocknet
und sein organisches Leben in der oberen Schicht abtötet.
Man kann zwischen anorganischem und organischem Mulch unterscheiden. Mulch
ist immer gut, der organische ist aber, wenn möglich, meistens vorzuziehen.
Anorganischer Mulch: Steine, Kies,
kommerziell oder privat hergestellte Mulchscheiben aus Pappe und Papier,
Bitumenscheiben.
Organischer Mulch: Shreddermaterial
(Häcksel aus der Holzzerkleinerungsmaschine; oder mit dem Beil klein gehacktes
Abfallreisig, das auch erst in den Kompostkasten wandern könnte)
Kompost, Seetang, Sägespäne, Rasenschnitt und allerlei Grünzeug
(Unkraut).
3. Sonne und Boden:
Ich bepflanze meinen Garten so, dass an
keiner(!) Stelle, die in der Sonne liegt, die blanke Erde sichtbar ist.
Was die Pflanzen nicht abdecken, wird großzügig, 5-7 cm dick,
mit Mulch abgedeckt.
Vorzugsweise verwenden wir als Mulchmaterial organische Substanzen. In
einem so geschützten Boden kann sich eine reiche Mikroflora und -fauna
entwickeln. Sie ist die Grundlage aller Bodenfruchtbarkeit.
Ich dünge nur nach einer gründlichen
Bodenanalyse, und gebe dann dem Boden nur das, was ihm hier wirklich
fehlt.
Nicht der übliche, gedankenlose Rundumschlag mit Volldüngern
a la quince - quince - quince. Behandeln Sie ihren Gartenboden so, wie
oben vorgeschlagen, sparen Sie erstens eine Menge Geld und Ärger.
Und Sie sparen erheblich Wasser, denn ein humusreicher Boden speichert
mehr Wasser als andere Böden, Wasser, das er später gleichmäßig
kontinuierlich an die Pflanzen abgibt. Auch wird Ihr Gartenreich von Jahr
zu Jahr fruchtbarer.
Und übrigens: Kompostieren entlastet den Müll! Wenn man allgemein
mehr kompostieren würde, wäre ein großes Problem der Balearen
ein wenig kleiner geworden.
Wer ein bis zwei Jahre mediterrane Sommer erlebt hat, weiß wohl, was hier Wasser bedeutet.
Vielleicht der wichtigste Rohstoff der Mediterraneis überhaupt. Dass
trotz dieser Binsenweisheit ein Großteil aller Menschen hier, was
das Wasser angeht, sich immer noch ganz unverantwortlich verhält, soll
uns jetzt nicht beeinflussen. Vielleicht wirkt ja einmal das gute Beispiel.
1. Wasser sparen
1.1 Verantwortlich mit dem umgehen,
was vorhanden ist: Grundwasser und Niederschläge. Man könnte in
der Tat die Problematik erheblich entschärfen, wenn man konsequent
sparen würde.
1.2 Im Haushalt gibt es viele Möglichkeiten.
So lässt sich der durchschnittliche Verbrauch, ohne eine Minderung
der Lebensqualität, mühelos um 50% senken. (Das ist keine Vermutung,
sondern nachgewiesenes Ergebnis mehrerer Experimente.)
1.3 Stichworte sind: Spartaste bei
der Toilettenspülung, wassersparende Geschirr- und Waschmaschinen,
Sparaufsätze (mehrere Firmen = z.B. RST) bei allen Wasserhähnen
und der Dusche. Da man auch beim Warmwasser im Hause weniger verbraucht,
senken sich auch hier die Heizkosten: zweimal gespart.
2.1. Konsequent sammeln, was alles
an Niederschlägen hereinkommt.
Von allen - gerade auch den allerheftigsten - Niederschlägen darf nicht
ein einziger Tropfen verloren gehen (z.B. Meer). In der Landschaft wäre
es leicht möglich, alles zu sammeln, bzw. in ausgewiesenen Überschwemmungszonen
im Erdreich versickern zu lassen, und somit dem Grundwasser wieder etwas
von dem zuzuführen, was man ihm tagein - tagaus mit den Brunnen entnimmt.
2.2 Aber auch im privaten Bereich
gibt es Möglichkeiten, alle Niederschläge entweder in Zisternen
zu sammeln oder im eigenen Garten versickern zu lassen. Das Erdreich ist
eine sehr gute Zisterne.
Wir leiden alle auf Mallorca an zu alkalischen Böden. Natürlich
ist unser Brunnenwasser ebenfalls sehr hart. Daher brauchen die Gärten
dringend das weiche Regenwasser. Für Regenwasser gibt es im Gartenbau keinen Ersatz.
2.3 Das Niederschlagswasser muss
aber auch nicht allein und sofort nur im Garten eingesetzt werden. Zuerst
benutzt man es im Hause: Toilette, Waschmaschine (spart Waschmittel; Maschinen
verkalken nicht), danach im Garten.
2.4 Die Niederschläge werden
immer noch nicht konsequent genug eingefangen.
Es reicht doch nicht, nur das Wasser vom Dach und allen Terrassen zu nehmen.
Nein auch von den Wegen kann man die Niederschläge sammeln (die Araber
machten das schon). Es ist ausgerechnet worden, dass man so bei einem
Einfamiliengrundstück leicht auf über 500 m² Auffangfläche
kommen kann. Das bedeutet, dass man dort schon bei einem mittelstarken
Schauer mit 10 m³ Regenwasserausbeute rechnen kann. Einer Menge immerhin,
welche auch die leider nötigen Investitionskosten für Zisterne
etc. in einem etwas milderen Lichte erscheinen lässt.
Und: die Kosten fürs Wasser
werden in Zukunft - trotz Entsalzungsanlagen - bestimmt nicht fallen.
Vernünftige Zweitnutzung dessen, was schon vorhanden ist.
Schweigen wir von der kommunalen Misere im Umgang mit dem Abwasser. Immerhin scheint es sich so langsam zu bessern.
Hier geht es hauptsächlich um die privaten Grundstücke ohne
Abwasseranschluss, mit der dreikammerigen fosa septica.
Werden im Hause umweltverträgliche
Reinigungsmittel benutzt - und es ist nicht schwer, auf solche
umzustellen - und hält man sich auch im Verbrauch von Seifenmitteln
nur ein wenig zurück, dann spricht gar nichts dagegen, das Abwasser
nicht einfach in der dritten Kammer jahrein und jahraus verschwinden
zu lassen.
Vielmehr sollte diese dritte Kammer abgedichtet sein, denn ihr Wasser
lässt sich im Garten fast überall benutzen. Man wird
nicht gerade die Petersilie damit wässern. Im Zierpflanzenbereich
und bei allen Gehölzkulturen kann man es aber ohne Bedenken einsetzen.
Als Faustregel für das, was ein Garten aufnehmen kann, kann
gelten: pro Person (des Haushalts) etwa 1000-1500 m² mögliche
Ausbringungsfläche im Garten.
Das gelegentliche Wässern mit sauberem Wasser, die Niederschläge
und unser Humus im Boden werden mit dem Schmutzwasser spielend und auch
auf Dauer fertig. Auch eine Geruchsbelästigung ist, wenn man nicht
gerade bei einem ganz schwülen Wetter mit absoluter Windstille
das Schmutzwasser ausbringt, wirklich nicht zu befürchten. Das
ist in jetzt über 10 jährigen Versuchen nachhaltig bewiesen.
Geht das, ein schöner Garten ohne (extra) Sommerwässerung?
Bzw. ein Garten, in dem man nicht zu wässern braucht?
Aber ja! - Ganz einfach. Die Antwort ist der Naturgarten. D.h. man
pflanzt nur die Pflanzen-Arten, welche im mediterranen Klima sowieso zuhause
sind.
Ist das nicht dann ein bisschen wenig und schließlich
langweilig? - Überhaupt nicht.
Es gibt im Mittelmeerraum, und auf den Balearen ganz besonders, so viele
wunderbare Pflanzen, dass sogar Grundstücke von mehreren Hektar
nicht ausreichen würden, alle Gattungen und Arten nur einmal aufzupflanzen.
1. Optimierung des Bodens. (Bodenanalyse
machen lassen.)
1.1 Unmittelbar nach dem Bau, oder
auch wenn Grundstücke längere Zeit nicht bearbeitet wurden, mit
schwerem Gerät (Reißzahn) den Boden etwa 100 cm tief durchreißen.
1.2 Feinplanung erstellen, ohne dass noch
schwere Maschinen aufs Gelände kommen. 1.3 Gründüngung einsähen.
1.4 Sektorenweise nur die Gehölze pflanzen,
für die im Sommer (je 2 Jahre lang) Überbrückungswässerung
möglich wäre.
1.5 Boden mit Kompost und organischem
Mulch permanent so füttern, dass sich sein Humusanteil langsam
aber stetig mehrt.
2. Jeder Tropfen Niederschlag geht hier in die Erde,
oder wird gesammelt, um später zum Gießen verwendet zu werden.
Denn bei Neuanpflanzungen brauchts schon eine Starthilfe mit leichter Wässerung
unter Umständen in den ersten zwei Jahren. Danach kann man die Botanik sich selbst
überlassen.
Nur noch ein wenig Steuerung ist nötig, damit das allzu Wüchsige
die zarteren Pflanzen nicht niedermache.
In den ersten Jahren sind die Werkzeuge Hacke und Schaufel, später
Säge und Gartenschere.
F) Pflanzen:
1. Einleitung:
Wussten Sie, dass die Balearen eines der pflanzenreichsten
Gebiete des gesamten Mittelmeerraumes sind, mit einem hohen Prozentsatz
von Endemiten (hier einmalig eigentümlicher Pflanzenarten)?
Mit all den mittelmeerischen Pflanzen, die hier sowieso wild wachsen,
ließe sich ein wunderschöner, pflegeleichter Garten gestalten,
ohne dass man auch nur ein einziges "ausländisches"
Gewächs dazukaufen müsste.
Sie glauben mir nicht?
Ich werde es Ihnen beweisen, indem ich Ihnen eine
Liste solch typisch balearischer und mediterraner Pflanzen aufstelle.
Also zunächst einmal endemischer und autochtoner Gehölze, später
werden dann Stauden und Einjährige folgen.
Übrigens sind das natürlich die Pflanzen, welche allesamt
wenig Pflege benötigen, die man nicht extra wässern und düngen
muss. Und, was ebenso wichtig ist, die dafür sorgen, dass
die typische mediterrane Pflanzenwelt hier nicht durch allzu viel Ausländisches
verfremdet wird.
Unter anderem sind wir doch auch wegen der charakteristischen mediterranen Landschaft
hier. Tragen wir also das Unsere dazu bei, dass sie in ihrer Eigentümlichkeit
erhalten wird.
Auch aus diesem Grunde bin ich dafür, möglichst viel Einheimisches
zu pflanzen.
Ich tue das übrigens nicht etwa, weil ich ökologischem
Puritanismus das Wort reden möchte, vertreten von Menschen, die meinen,
nur autochtone Pflanzen seien überhaupt im Gartenbau erlaubt. Nein,
jeder Radikalismus ist mir zuwider - auch der im Garten.
Aber es ist ökonomisch (Wasser), ökologisch und ästhetisch
besser, sich in den Grundbepflanzungen an die Endemiten zu halten.
Das muss niemand bedauern, denn unter ihnen gibt es eine Reihe von
absoluten Spitzenpflanzen, die in jeder Beziehung anspruchvollste Bewertungskriterien
erfüllen.
Wer bestimmte Pflanzen nicht bekommen kann, wende
sich an uns. Mittelfristig
- das heißt meist zur nächsten Saison - können wir Ihnen das meiste
besorgen.
Obenan stehen selbstverständlich die Olive
und der Johannisbrotbaum, die überall
und auf allen Böden gedeihen.
Die Olive gibt es als Nutzpflanze. Angebaut wegen ihrer Früchte,
wobei wir davon ausgehen, dass kaum einer unserer Leser in die Ölproduktion
gehen wird. (Wer dies allerdings doch, wider Erwarten, beginnen möchte,
darf sich darauf freuen, dass es für Kleinproduzenten heutzutage
ein technisch voll ausgereiftes Equipment gibt.) Aber Tafeloliven zu ernten
und diese individuell einzulegen, wäre schon ein Spaß. Wer die etwas bitteren, traditionell mallorquinischen Oliven nicht
mag, erwerbe eine der moderneren, auch größerfrüchtigen
Sorten.
Wer die Olive nur als Ziergehölz möchte,
und wen ihre (abgefallenen) Früchte stören, der muss sich
eine der nicht fruchtenden Sorten beschaffen.
Wäre er nicht bei uns überall so reichlich vertreten, man
würde ihn wohl viel mehr bewundern, den Johannisbrotbaum,
den Algarrobo. Er wächst schneller
als der Olivenbaum. Aber will man bei ihm
einen Baum mit einem richtigen Stamm, etwa inklusive Kopffreiheit, muss
man das Gehölz dahingehend konsequent erziehen. Kein Problem, er verträgt,
wie gesagt, jeden Schnitt.
Mir gefällt auch der seltsam herbe Duft seiner Blüten. Ein Duft,
der, wie ich meine, zu dieser Landschaft dazu gehört. Den Bienen gefällt
die Blüte ebenfalls gut.
Johannisbrotbäume bilden einen
dichten Schatten. Brauchbar um vielleicht Carports damit einzuhüllen,
und natürlich auch für viele andere Schattierungs-Gelegenheiten......
Ein ökologisch höchst wertvolles Ziergehölz (unter anderem
Vogelschutz) ist die wilde Olive, der Oleaster.
Sie lässt sich sehr gut in eine Baumform erziehen.
Übrigens sind Oliven wunderbar
schnittverträglich. Aus ihnen und ebenso dem Johannisbrotbaum lassen
sich die schönsten Formgehölze und dichte Hecken herstellen. (Niedrige
Hecken aus der Kermeseiche, Quercus coccifera.)
Ausgangsmaterial werden in jedem Falle am besten die sehr preiswerten Jungpflanzen sein.
Hecken sind auf Mallorca eher selten. Was spricht für Hecken,
im Gegensatz zu Mauern, als Grundstücksgrenzen, als Sichtschutz, als
gliedernde Elemente im Garten?
Hecken sind preiswerter zu erstellen - brauchen aber ständig
weitere Pflege: wenigstens dreimal im Jahr, Zeit ist beliebig, sorgfältigen
Schnitt.
Hecken benötigen Zeit (wenigstens 3-5 Jahre), bis sie Sichthöhe
erreicht haben und dicht sind.
Hecken sind gut für den Vogel- und Kleintierschutz.
Hecken lassen immer noch etwas Luftbewegung durch.
Hecken heizen sich unter der Sonneneinstrahlung des Tages nicht auf. Das heißt
sie heizen nicht, wie die Mauern, auch dann noch weiter, wenn die Sonne
längst untergegangen ist. Also: schnellere und angenehme abendliche
und nächtliche Kühle zur Sommerzeit.
Direkt an Mauern kann man pflanzen, an Hecken nur mit einem Mindestabstand.
Extra zu wässern braucht man allerdings solche Hecken nicht.
Will man allerdings nur einen leichten, filigranen Schatten, hat
man die Wahl zwischen drei Gehölzen, von denen zwei, Retama monosperma,
der Ginster und mehrere Arten der Tamariske, z.B. Tamarix aphylla, richtige
Endemiten sind, die dritte Gattung zwar mit Arten im Mittelmeerraum vorkommt,
allerdings nicht mit der, welche hier meist gepflanzt wird, Parkinsonia
aculeata. Gemeinsam haben alle drei, dass sie optimal an das hiesige
Klima angepasst sind.
Also ebenfalls keine extra Wässerung.
G) Kompost
Kompost -LEBENSELEXIER mediterraner Böden.
Wie soll ich kompostieren? - Was soll ich kompostieren? - Wieviel Arbeit
fällt an?
1. Die organischen Materialien
sollen möglichst schnell und vollkommen gleichmäßig zu
reifem Kompost transformiert werden.
2. Ideal bei dem Zersetzungsprozess,
der von aber millionen Kleinstlebewesen bestritten wird, wären möglichst
hohe Temperaturen, welche für geschwinde Umwandlung sorgen und Schadstoffe
und Unkraut-Samen im Komposthaufen vernichten würden.
Leider muss man da sagen, dass so hohe Temperaturen, wie sie
zur Beseitigung alles Unerwünschten nötig wären, in kleinen
privaten Kompostanlagen nicht erreichen kann.
3. Anflug von Unkrautsaat sollte
unmöglich sein.
4. Ratten und Mäusen wird
im Kompost kein Unterschlupf gewährt.
5. Im Rottegut kann für eine
gleichmäßige Feuchtigkeit gesorgt werden - nicht zuviel und
nicht zuwenig - eben gerade soviel, wie für einen optimalen Zersetzungsprozess
nötig ist. Denn wenn das zu kompostierende Material zu feucht oder
zu trocken ist, arbeiten die umformenden Kleinstlebewesen nicht.
6. Will man alle diese Zielsetzungen erreichen,
kommt man gar nicht um einen festen Kompostkasten
herum. Die beiden von uns vorgeschlagenen Typen haben sich in langjährigem
Einsatz bewährt.
6.1 Fertig zu kaufende Plastik-
Komposttonnen. (z.B. die des Naturschutzbundes Deutschland, oder ähnliche).
Sie ist als Einzelstück für einen Vier-Personen-Haushalt mit
einem kleinen Garten (etwa bis 500 m²) geeignet.
Besser - und auch dann für größere Gärten geeignet
wäre der Einsatz von zweien dieser Thermokomposter abwechselnd: wenn
in dem einen gefüllten Kasten der Kompost heranreift, kann man den
anderen mit neuem Material beschicken.
Nicht ideal sind bei diesen meisten Typen die Entnahme-Schieber oder -Klappen,
durch die man unten an den fertigen Kompost herankommen soll.
Besser wären stabile Griffe an den Außenwänden, die es
ermöglichen würden, das Plastik-Geviert, welches auf seiner
Bodenplatte nur lose aufsitzt, einfach hochzuziehen und beiseite zu stellen.
Problemlos käme man dann an den fertigen Kompost von allen vier Seiten
heran.
6.2 Viel besser und dauerhafter
sind gemauerte Zwillingskästen, geeignet für Zwei- bis Vier-Personen-Haushalte
und Gärten von 1000-3000+ m².
Jeder Kasten hat etwa ein Volumen von 1 m³. Auch bei diesem System
werden die Kästen im Wechsel beschickt. Wenn der eine gefüllt
vor sich hin kompostiert, wird der andere peu à peu neu gefüllt.
Innen sind die Kästen glatt verputzt, der Putz mit Bitumenanstrich
isoliert. Ihre Außenseite wird man der baulichen Umgebung anpassen.
Der Boden, ebenfalls betoniert, steigt von vorn nach hinten leicht an,
sodass später überflüssige Feuchtigkeit unten und
nach vorn heraus fließen kann, und der fertige Kompost - er rutscht
nach vorn - leichter herausgeholt werden kann. Das übrigens macht
man dann mit dem Dung- oder Queckenhaken oder einer Kartoffelhacke.
Die offenen beiden Vorderseiten der Kästen werden mit einer schweren,
gelochten Blechscheibe (Schieber; die Löcher wegen der Belüftung)
oder mit einzelnen Brettern (diese mit einem Luftschlitz zwischen sich),
beides jeweils hinter Eisenschienen von oben einschiebbar, gesichert.
Die unbedingt dicht abschließenden Abdeckplatten, am besten
aus Blech auf einem Eisenrahmen, sind in Scharnieren schwenkbar. Wichtig
ist, dass die Kästen zwar belüftet (Löcher, Schlitze)
aber dennoch absolut mäuse- und rattensicher sind.
Ist der erste Kasten gefüllt, lässt man ihn ruhen
und beschickt derweil den zweiten. Ist der gefüllt, wird der erste
entleert und ist bereit für eine neue Runde.
Den fertigen Kompost zieht man aus dem Kasten und wirft ihn, zwecks optimaler
Lüftung, durch ein Sieb. Was da noch nicht völlig verrottet
ist, nicht durchs Sieb fällt, wird in den gerade zu beschickenden
Nachbarkasten geworfen. Vielleicht auch einige Schaufeln Rohkompost dem
frisch aufzusetzenden Abfallgemengsel hinzu geben. Das wirkt wie ein
richtiger Rotte-Beschleuniger. Es bringt nämlich wenig, diese im
Handel angebotenen Kompost-Akzeleratoren zu verwenden. Es geht genauso gut
ohne!
Der frische, durchgesiebte Kompost bleibt bei mir immer noch 10-14
Tage zur Nachreife, mit Plastikfolie abgedeckt, denn er darf keineswegs
austrocknen, liegen. Erst dann kann ich ihn für alle Gartenaufgaben
einsetzen.
7. Wie man den Kompostkasten füllt, was
man alles kompostieren kann.
Alles Organische lässt sich kompostieren. Je vielseitiger
das zu kompostierende Material, um so besser. Daher ist es gut, schon
möglichst verschiedene Materialien jeweils einzufüllen. Hat
man also von einer Sache sehr viel, so wäre es gut, davon zunächst
nur einen Teil einzufüllen; den anderen beiseite zu legen, bis man
Anderes hat, mit dem man mischen kann.
Das ist ganz besonders bei Rasenschnitt nötig, den man immer nur
in dünnen Schichten einbringen kann. In Masse würde er zusammenkleben
und faulen. Rasenschnitt kann man gut mit den Holzschnipseln aus dem Shredder
mischen. Übrigens fällt gar kein Schnittgut beim Rasenmähen
an, wenn man Recycling- oder Mulchmäher verwendet. In diesen wird
das Abgeschnittene so fein zertrümmert, dass es auf dem Rasen
liegen bleiben kann. (Immer vorausgesetzt, es war nicht zu viel abzuschneiden.)
Kompostiert werden alle gekochten
und ungekochten Essensabfälle, wenn man diese nicht an Haustiere
verfüttern kann. Holzasche aus dem Kamin Staubbeutel des Staubsaugers (wenn
aus Papier) Papier und Pappe (in geringeren
Mengen) alle Gartenabfälle, wenn es
sich um krankheitsfreies Material handelt. Dieses ist zu verbrennen.
Auch alles, was man an Organischem aus der Nachbarschaft bekommen kann. Tee- und Kaffeerückstände
(Espressosatz aus benachbartem Restaurant) Sperriges Gut (also auch Reisig)
kann auch mit dem Handbeil zerkleinert werden. Es bedarf nicht immer einer
Maschine. Meerestang und -algen! Hat man mehr
davon, lässt man dieses Zeug auf einem Sammelplatz erst ein
bis zweimal abregnen. Ein wenig Salz schadet überhaupt nicht. (Algen
sind auch allerbester Mulch.) alles geshredderte Holz, wobei Laubholzarten
der Vorzug zu geben ist. alle Viehdünger außer
Rinderdung, den man gut direkt im Garten überall einsetzen kann,
ohne ihn vorher erst zu kompostieren.
Also möglichst gemischt einfüllen, leicht andrücken, aber
nicht dicht pressen. Die beste Rotte läuft ab, wenn der Haufen kompakt
ist, aber noch überall belüftet und gleichmäßig feucht,
aber nicht nass.
8. Sind Zuschlagstoffe zu empfehlen? - Ja!
Feucht-krümelige, gesiebte
Gartenerde. 30-50 kg je m³. Bei ganz leichten, sandigen Böden
(Küste z.B.) 1-2kg je m³ Bentonit. Als Stickstoff-Zusatzdüngung
Schwefelsaures Ammoniak, da unsere Böden überwiegend sehr alkalisch
sind, muss man versuchen, wenigstens hier ein wenig gegenzusteuern.
(Hätte man einen neutralen Gartenboden, würde man als Stickstofflieferanten
eventuell Hornspäne wählen: 4-6 kg je m³. Hätte man
sauren Boden, würde man - auch zur Beschleunigung der Rotte Kohlensauren
Kalk (Kalkmergel) oder gekörnten Branntkalk, oder Kalkstickstoff
geben, etwa 2 kg je m³. Saure Böden sind aber in der Mediterraneis
nicht gerade häufig anzutreffen.) Wenn vorhanden: Schlamm aus der
Abwässergrube.
Um die nötige Betriebsfeuchtigkeit aufrecht zu erhalten,
muss man unter Umständen gelegentlich befeuchten. Dazu eignet sich gut auch
Jauche aus der fosa septica.
Meistens wird es 4-6 Monate dauern, bis ein Kasten gefüllt
ist. Meistens kommt es auch hin, dass in dieser Zeit eine Kastenfüllung
verrottete. Der fertige Kompost, dem ein angenehmer Geruch - wie von frischem
Waldboden nach einem Regen - entströmen sollte, wird durch ein Gartensieb
geworfen, mit schwarzer Folie abgedeckt (feucht gehalten) und zu besagter
Nachreifung (10-14 Tage) noch ruhen gelassen.
Will man Kompost wirklich in den sauren Bereich bringen, muss
man ihn beim Durchsieben mit elementarem Schwefel (Schwefelblume) durchmischen.
Oft reicht etwa auf 1 m³ Kompost 800-1000 g Schwefel. Letztendlich
wird der pH-Wert mit dem Hellige-pH-Meter bestimmt. Wer es genau wissen
will, muss eine regelrechte Bodenanalyse machen lassen. (Wie das
geht, erfahren Sie demnächst auf diesen Seiten.)
Bei unseren üblichen Böden wäre es schon gut, wenn der
letztendliche Wert des fertigen Kompostes bei 4,0-5,0 pH liegen würde.
Kompost ist nicht nur gut für das Bodenleben (Edafon) ganz allgemein,
sondern er ist ein regelrechter Dünger. Seine Aktivierungsfähigkeiten
beweist er nicht nur bei der Wiederbelebung toter Böden, sondern seine
positiv wirkende Fauna ist auch in der Lage, eine ganze Reihe von bodenbürtigen
Schädlingen und Krankheiten im Zaume zu halten. Als Dünger sind
besonders sein Phosphat- und Kaligehalt hervorzuheben. Einzig sein Stickstoffgehalt
ist mit Zusätzen auszugleichen.