Über dies Thema wird eher wenig nachgedacht, auf die besonderen
Probleme kaum hingewiesen, es sei denn, Sie verfügen über wirklich
gute Gartenlektüre.
Ein Thema ist die Wässerung.
Nicht immer und keinesfalls durchgängig regnet es im mediterranen
Winter. Daher gibt es durchaus auch in der kalten Jahreszeit Trockenheitsschäden
oder wenigstens Trockenheitsstress bei unseren Gartenpflanzen. Nicht
zu vergessen, dass im Frühjahr - relativ zeitig - viele, wenn
nicht gar die meisten Pflanzen hier treiben. Wenn sie dann nicht genügend
Feuchtigkeit im Boden finden...
Im Sommer dient die Wässerung unserer Zierpflanzen (hauptsächlich)
dem Überleben. Im Winter und Frühjahr ihrem gesunden Wachstum.
Zum flotten Wachsen gehören ausreichend verfügbare Nahrungsstoffe
im Boden. Wenn wir auch generell dazu raten, im privaten Zierpflanzenbereich
kaum zu düngen, kann es doch gelegentlich sinnvoll sein, die Pflanzen
ein wenig zu "pushen".
Da die mallorquinischen Böden, wie die meisten in der Mediterraneis,
stark kalkhaltig sind, kommen nur sauer wirkende Düngemittel infrage.
Preisgünstig und überall zu bekommen ist das Ammonium-Sulfat
und das Magnesium-Sulfat. Meistens wird eine Hand voll auf 4m² gegeben.
Eher weniger denn mehr.
Unproblematisch sind alle rein organischen Düngemittel, die gemäß
Packungsangaben verabreicht werden. (Auch hier eher weniger als mehr geben.)
Diese am besten leicht in den Boden einkratzen oder einfräsen.
Man beginnt mit dem Düngen am besten nach der Kälte, Ende Februar.
Wer einen Naturgarten möchte, wird auch zum Düngen nur den selbst
hergestellten Kompost verwenden. Wer kompostiert, verringert seinen Hausmüll
um wenigstens ein Drittel und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur
ökologisch eleganten Lösung des Abfallproblems auf den Balearen.
Winterarbeit ist vor allem auch die Gehölzpflanzung.
Die meisten Gehölze sollten in dem Zeitraum zwischen Anfang November
bis Mitte Februar gepflanzt werden. Vorzugsweise im November. (Nur Palmen
kann man - mit genügend Wasser - gut im Sommer pflanzen.). Denn je
mehr Zeit den Pflanzen gegeben wird, sich vor dem nächsten Sommer
am neuen Standort zu etablieren, um so besser werden sie Hitze und Trockenheit
überstehen können. Saatgut und Blumenzwiebeln müssen bestellt
werden. Bei den Zwiebelpflanzen sollte man ruhig die mediterranen Arten
wählen, welche spontan verwildern.
Legen Sie doch mal in Ihrem Garten einen größeren Bereich mit
Freesien an. Ruhig eine bunte Hybrid-Mischung, und überlassen Sie
die dann der freien Natur. Von Jahr zu Jahr werden sich die robustesten
immer weiter ausbreiten und im Frühjahr den Garten mit ihrem süßen
Duft erfüllen. Üblicherweise braucht man auf Mallorca keinen
Winterschutz für Zierpflanzen.
Manchmal kann es aber doch, wenn auch meistens nur für Stunden, so
kalt werden, dass Hibiskus und andere subtropische Pflanzen leiden
würden. In der Regel reicht es, wenn man bei zu erwartenden Tiefsttemperaturen
eine Noppenfolie in den kritischen Stunden über die Pflanzen deckt,
seitlich am besten mit Steinen etc. beschwert. Ganz wichtig ist, diese
Folien dann am Tage, wenn die Temperaturen wieder steigen, sofort zu entfernen.
Denn sonst würden die Pflanzen unter ihrem Schutz zu schwitzen beginnen,
und das mögen sie ganz und gar nicht.
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Walter Schmidt
Gartengestalter
St.Maria-Alaró
e-mail: schmidtvogel@T-online.de
Autor von u.a. der neuen mediterranen Gartenbau-Enzyklopädie: HORTUS MEDITERRANEUS.