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Mallorca ist nicht Südfrankreich und auch nicht die Toscana. Ausnahmen wie die immer zahlreicher werdenden Gourmet-Tempel der Insel und ein Trend zur so genannten "neomallorquinischen Küche" bestätigen die Regel. Diese lautet: Wer sich für rustikale Küche mit gegrilltem Fisch und Fleisch, Spanferkel, Kaninchen, Patatas fritas (Pommes frites), für nicht immer ganz durchschaubare Mischungen (Paella), Arrozes (Reisgerichte) und Fritos (mallorquin mit Innereien oder nur mit Fisch) begeistern kann, wird überall auf der Insel lecker essen. Hinzu kommen eine Unmenge von Tapas Bars, die lauter kleine Schweinereien anbieten. Eine gute Möglichkeit, um die Eigenheiten der mallorquinischen Küche in kleinen Häppchen (= Tapas) kennen zulernen.

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Wichtig:
Der Essrhythmus der Mallorquiner unterscheidet sich von dem in Deutschland erheblich. In der Siestazeit wird ausgiebig zu Mittag gegessen (zwischen 13.30 Uhr und 17.00 Uhr). Entsprechend spät folgt auch das Abendessen (nicht vor 21.30 Uhr).
Richtiges Verhalten:
Sich in einem Restaurant einfach an irgendeinen Tisch zu setzen ist schon der erste Verstoß gegen die ungeschriebenen Verhaltensregeln. Richtig: warten Sie, bis man Sie begrüßt und Ihnen einen Tisch zuweist. In beliebten und angesagten Restaurants unbedingt vorher reservieren.
Zum Leidwesen der Hundebesitzer dürfen die Vierbeiner grundsätzlich nicht mitkommen. Ausnahmen (die den großzügigen Gastronomen jedoch eine Menge Ärger einbringen können) werden schon einmal in Restaurants mit Terrasse gemacht.

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Bezahlen:
Die Rechnung ist für so manchen Neuling nicht selten eine (böse) Überraschung: Denn die Preise in den Speisekarten enthalten oft keine IVA (=Mehrwertsteuer).
Hinzu kommt, dass clevere Ober, vor allem in Touristenzentren, unsicheren Gästen oft den "frischen Fisch des Tages" empfehlen. Der ist dann zwar meistens wirklich frisch, oft aber doppelt so teuer wie der Teuerste in der Karte.
Zum Glück akzeptieren die meisten Restaurants die gängigen Kreditkarten (Mastercard, Eurocard, Visa, Diners, American Express).
Auf Mallorca geht die Reihenfolge beim Bezahlen so: Erst die Rechnung, dann zahlen (hierbei noch kein Trinkgeld geben!), Wechselgeld oder Kreditkartenbeleg abwarten und dann erst Trinkgeld geben und z.B. auf dem Porzellanteller liegen lassen.
Sprache:
Ein Blick in einen Urlaubssprachführer lohnt sich in Sachen Essen gewaltig. Schon mit ein paar freundlich gestammelten Brocken werden Sie freundlicher begrüßt, besser platziert, netter bedient, weniger geneppt und haben deshalb einfach mehr Spaß beim Essen.
Weine:
Vor 500 Jahren bereits spielten die vinos balearicos eine bedeutende Rolle an den Höfen der Könige von Aragon und Kastilien - bis die Reblaus kam und die Rebstöcke ratzekahl fraß. Von dieser Epidemie hat man sich erst in diesem Jahrhundert wieder erholt und ist nun fleißig dabei, den mallorquinischen Weinen wieder zu einem guten Platz auf dem Markt zu verhelfen.
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Führend sind die Weine aus Binissalem. Der 1994er z.B. ist ein "historischer Jahrgang" und ausgezeichnet bewertet.
Aber auch Weine z.B. aus Andratx, Sta. Maria del Cami, Consell, Petra , Manacor und Felanitx haben sich einen Namen gemacht.
Absatzschwierigkeiten gibt es keine, die Nachfrage ist größer als das Angebot, so dass Wein importiert werden muss.
Wenn Sie mehr über die Insel-Weine wissen wollen (Weinproben, Verkauf), besorgen Sie sich auf Mallorca die kleine Fibel "Auf der Spur der Wein-Route" (Edicions de Turisme Cultural,).
TIPP: Die meisten mallorquinischen Restaurants führen anständige Hausweine, den vino de la casa. Er ist durchweg bekömmlich, nicht zu schwer und vor allem preiswert.
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Magentröster:
Zum Abschluss eines jeden guten Essens sollten Sie sich auf Mallorca einen "Hierbas" gönnen.
Er ist zwar kein klassischer Magenbitter, hilft aber beim Verdauen. Neun wilde Kräuter geben ihm seinen Namen (Hierbas = Kraut) und seine grüne Farbe. Es gibt ihn in drei Varianten: "dulce" (süß), "seca" (trocken) oder "mezclades" (süß und trocken gemischt).
Die Alternative zum Hierbas ist der "Palo", den im 17. Jahrhundert Mönche erfanden und als Heilmittel gegen die Malaria einsetzten. Dunkelbraun, 30% stark, herbbitter bis süßlich ist dieser inseltypische Likör, der sein spezielles Aroma dem Rohrzucker verdankt, der über offenem Feuer karamelisiert wird.
Kaffee:
Damit Sie auch wirklich "Ihren" Lieblingskaffee bekommen, bestellen Sie:
Café con leche = Kaffee mit heißer Milch aufgefüllt
Cortado = kleiner Espresso mit Milch
Café solo = kleiner Espresso schwarz
Café carajillo = Espresso mit einem Schuss Weinbrand
Café americano = schwarzer Kaffee
Descafeinado = Bezeichnung für koffeinfreien Kaffee
Mallorquinische Spezialitäten:
Die ursprüngliche "cuina mallorquina" ist eine deftige Angelegenheit mit Hausmannskost aus den Rezeptbüchern der Fischer und Bauern der Insel, wobei die Eintöpfe in der Rangliste ganz oben stehen.
"Frito mallorquin" fehlt auf keiner Karte. Eine Mischung aus frischen Innereien (Lamm, Hammel) mit Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Paprikaschoten und Fenchel.
"Arroz brut", der "schmutzige Reis" wird mit Fleischstücken von Huhn, Karnickel und Schwein zusammen mit Gartengemüsen zubereitet. Die edlere Variante "arroz al la marinera" verwendet als Zubehör Fisch und Schalentiere.
Ein leichtes Gericht ist "tumbet", ein Gemüseauflauf mit Kartoffeln, Zucchini, Auberginen, Paprikaschoten und Zwiebeln.
Deftiger fällt die "sopa mallorquin" aus. Eigentlich hat sie mit einer Suppe nichts mehr zu tun. Hauptzutaten sind Hammel- und Hühnerfleisch. Landbrot wird mit Knoblauch belegt und mit Kohl, Lauch, Zwiebeln, Tomaten und Kräutern schichtweise im eigenen Sud in der greixonera, einem Tongefäß, gegart und serviert.
Nicht wegzudenken vom einheimischen Speiseplan ist "pa amb oli". Auf einer Scheibe geröstetem "pan moreno", einem geschmacklosen Brot aus Mehl und Wasser, werden einige Knoblauchzehen verrieben, darauf kommen einige Tropfen Olivenöl, darüber Scheiben mit Wintertomaten und ein bißchen Salz. Wer will legt noch "jamón serrano" (luftgetrockneten roher Schinken) nach.
Beliebt auch die deftigen Wurstsorten, allen voran die "sobrassada", eine weiche Schweinswurst, die ihre rosarote Farbe von rotem Pfeffer hat. Danach folgen "botifarró", eine Blutwurst mit Speck, und "llongagnissa", ebenfalls eine Schweinswurst.
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Hier noch einige Begriffe aus dem spanischen Ess- und Trinkvokabular:
Cerveza: Es soll Deutsche geben, die seit 20 Jahren auf Mallorca wohnen und sich noch nicht einmal ein Bier auf spanisch bestellen können. Dabei kann man sich cerveza (sprich "servessa") doch leicht merken. Der einheimische Gerstensaft braucht sich hinter dem deutschen nicht zu verstecken, und ein "San Miquel" kommt ebenso frisch gezapft aus dem Hahn wie ein "Warsteiner", nur billiger.
Ensaimada: Wenn Sie sich wundern, was die Festlandsspanier in den großen, eckigen, flachen Kartons auf dem Flughafen am Check-In als Mitbringsel aus Mallorca mit nach Hause schleppen: Die Lösung heißt ensaimada und ist das Nationalgebäck der Insel. Die leckeren, lockeren Hefeschnecken sind ein Gedicht und werden auch schon zum Frühstück (desayuno) verzehrt - am besten frisch und warm.
Menu del dia: Ein preiswertes "Tagesmenü" hält fast jedes Lokal bereit. (Alle Restaurants in Spanien sind verpflichtet, wenigstens ein menú turístico zu behördlich genehmigten Preisen anzubieten.) Ab ca. 5 Euro bekommen Sie eine Suppe oder Vorspeise, ein Haupt-gericht und eine Nachspeise, dazu meistens noch einen halben Liter Wein. Wenn Sie keine großen Ansprüche stellen, sind Sie damit gut bedient.
Paella: Auch auf Mallorca eines der beliebtesten Gerichte, obwohl ursprünglich aus Valencia stammend. Die klassische Reis-Paella wird in einer großen, flachen Pfanne (einer paella) auf offenem Herdfeuer zubereitet. Die Zutaten sind zahlreich und von Gegend zu Gegend unterschiedlich, jede Hausfrau, jeder Koch hat sein kleines Geheimnis. Drin sind auf jeden Fall Fisch und Schalentiere, Schweine-, Lamm- und Hühnerfleisch und Gemüse.
Tapas: In fast jeder typisch spanischen Bar finden Sie an der Theke diverse kleine warme und kalte Appetithappen, tapas genannt. Sie eignen sich bestens als Zwischenmahlzeiten oder für den kleinen Hunger bzw. als Begleiter zum Gläschen Wein. Meist sind es eingeleg-te Sardellen, kleine Hackbällchen, Tintenfischringe oder im Speckmantel gebratene Datteln. Wer von allem etwas probieren möchte, bestellt "tapas variados" und bekommt ein Tellerchen mit fünf oder sechs von den kleinen Köstlichkeiten.
Speisekarte: In den reinen Touristenorten sind die Karten international geschrieben, das heisst auch in Deutsch, wobei manchmal recht lustige Übersetzungen dabei sind. Für den Fall, dass es nur spanische Karten gibt, hier ein kleines Küchenlexikon:
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Entremeses/ Entremè / Vorspeisen |
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Pescado/ Peix/ Fisch: |
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Carne-Aves/ Carn-Ars/ Fleisch-Geflügel: |
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Verduras-Ensalada/ Verdures- Enciam/ Gemüse-Salat: |
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Fruta/ Fruita/ Obst: |
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Especias/ Condiments/ Gewürze: |
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Getränke (bebidas): |
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Quelle: Ratgeber Mallorca, Fred Friedrich, 7bis 7 Freizeitverlag
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